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Aufruf zur Veränderung des Finanzsystems PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Channing   
Montag, 27. Oktober 2008
Raimund Brichta, Moderator bei "Telebörse", fordert in einem offenen Brief an Angela Merkel die nachhaltige Reform des Finanzsystems. Hierin erklärt er, dass das Finanzsystem einen fundamentalen Fehler hat, nämlich das neues Geld immer nur zusammen mit einem Kredit enstehen kann. Da auf dem Kredit Zinsen fällig werden, die nur aus dem bestehenden Vorrat an Geld entnommen werden müssen, entsteht somit ein exponentiell wachsender Bedarf an Krediten. Eine exponentiell wachsende Kurve steigt aber immer irgendwann ins Unermeßliche. Somit gibt es immer ab irgendeinem Zeitpunkt mehr Kredite als reale Werte dahinter. Dies führt unweigerlich zum Zusammenbruch und ist die Ursache der aktuellen Krise.


Hier die wichtigsten Auszüge aus seinem Brief:

"Die Finanzkrise hält Sie und Ihre Experten ganz schön in Atem. In Anbetracht der ernsten Lage möchte ich Ihnen heute einen Vorschlag machen, der über die kurzfristige Lösung der aktuellen Probleme weit hinausgeht. Denn egal, was Ihnen Ihre Experten auch raten, mit all ihren Ideen können nur die SYMPTOME behandelt werden und nicht die URSACHE.
 
...
 
Gerade, wenn Sie Antworten auf diese Fragen suchen, kommen Sie nämlich der Wurzel des Übels ein gutes Stück näher. Nun sind Sie natürlich Physikerin und Politikerin und können nicht überall Expertin sein - das ist klar. Aber fragen Sie doch bitte einmal Ihre Fachleute - den Finanzminister zum Beispiel oder den Bundesbank-Präsidenten. Wissen diese Herren, wie es funktioniert? Und können sie es Ihnen auch erklären? Zur Vorbereitung auf das Gespräch können Sie sich schon einmal den Artikel "Beim Geld geht es um die Wurst" durchlesen (siehe Link unter meinem Bild), damit Sie den Herren dann auch die richtigen Fragen stellen können:
 
Darin erfahren Sie, dass unser Geld ausschließlich von Geschäftsbanken, Sparkassen und Notenbanken gemacht wird, indem diese Kredite vergeben. Das heißt, die gesamte umlaufende Menge an Geld hängt nur vom Volumen an existierenden Bankkrediten ab. Ohne Kredite gibt es kein Geld.
 
Sie können sich das wie zwei nebeneinander liegende Swimming-Pools vorstellen, die miteinander verbunden sind: in dem einen die Kredite, in dem anderen das Geld. Beide sind zunächst leer. Und erst, wenn in den einen Pool der ers te Kredit hineinkommt, fließt in den anderen automatisch die gleiche Summe an Geld. Wird dieser Kredit später getilgt, muss die gesamte Summe aus dem Geldpool wieder herausfließen. Aber dann wäre der Pool ja leer, und es wäre nichts mehr da, mit dem man sich beim Bäcker noch ein Brot kaufen könnte - oder eine Maschine beim Fabrikanten, um damit eine Brücke zu bauen.
 
Folglich müssen in den ersten Pool, den Kredit-Pool, immer wieder neue Schulden hineinkommen, damit im anderen Pool genügend Geld da ist, um sowohl die fälligen Kredite zu tilgen als auch gleichzeitig die Wirtschaft am Laufen zu halten (Brot, Maschinen etc.). Wenn nun besonders viele Kredite aufgenommen wurden, wie in den vergangenen Jahren, hat das zur Folge, dass auch wieder besonders viele neue Kredite aufgenommen werden müssen, wenn die alten fällig werden. Und das gleich gilt, wenn die neuen fällig werden und so weiter ….
 
Aber damit nicht genug, liebe Frau Merkel, denn Sie wissen ja, dass man für Kredite auch Zinsen zahlen muss. Das heißt, man muss insgesamt mehr zurückzahlen, als man aufgenommen hat. Manchmal - bei besonders langlaufenden Krediten - sogar mehr als das Doppelte. Wo soll aber das zusätzliche Geld herkommen? Klar, es kann nur aus zusätzlichen Bankkrediten stammen. Es muss also laufend neues Geld in Form von Bankschulden geschaffen werden. Und für die zusätzlichen Schulden müssen wieder Zinsen gezahlt werden, die noch mehr zusätzliche Kredite erfordern. Und so weiter und so fort...
 
Das hat zur Folge, dass die Mengen an zusätzlichem Geld und an zusätzlichen Schulden exponentiell wachsen müssen, um das System aufrecht zu erhalten. Was das bedeutet, können gerade Sie sich als Physikerin vermutlich gut vorstellen: Ein solches Wachstum kann nicht ewig fortgesetzt werden. Dieses System ist dazu verdammt, irgendwann in sich zusammenzubrechen, um dann wieder von "null" beginnen zu können. Anzeichen für den drohenden Zusammenbruch sehen wir jetzt. Und auch wenn sich der Zusammenbruch ein weiteres Mal verhindern lässt, wird damit nur der oben beschriebene Prozess wieder in Gang gesetzt, der unweigerlich in die nächste Krise führt.
 
..."


Quelle/vollständiger Text:
http://www.teleboerse.de/Kolumne_von_Raimund_Brichta_Liebe_Angela_Merkel/061020080006/1033237.html


Die Lösung


Dabei muss man aber nicht Finanzexperte sein, um zu erkennen, wie man das Finanzsystem ändern kann. Die Lösung heisst, neues Geld darf nur noch von der Zentralbank ausgegeben werden, und zwar ohne dass dabei ein Kredit entsteht.

Es muss also zunächst die Mindestreserve bei Banken von derzeit ca. 8% auf 100% angehoben werden. Das stellt sicher, dass bei jedem Kredit nicht mehr Geld in Umlauf kommt, als vorher bereits da war. Da aber bei einer wachsenden Wirtschaft neues Geld benötigt wird, muss die Zentralbank irgendwie neues Geld in Umlauf bringen. Das neue Geld darf aber nicht irgendwelchen Privatleuten zugute kommen. Also muss das Geld der Allgemeinheit, also dem Staat, einfach geschenkt werden. Sie kann dieses Geld verwenden, um den Staatshaushalt zu finanzieren.

Die Zentralbank gibt aber natürlich auch nur soviel neues Geld aus, wie tatsächlich durch Wachstum der Wirtschaft benötigt wird, also vollkommen unabhängig davon in welchem Zustand sich der Staatshaushalt befindet.

 

 

Kommentare (2)Add Comment
...
geschrieben von Raynolf Prechter, 27.10.08
und wenn der gute Herr Brichta noch etwas weiter recherchiert wird er herausfinden dass unsere US Vasallenkanzlerin ein Teil dieses kranken Finanzsystems ist und dass sie dieses System gemäss ihren Auftraggebern (nein, nicht das deutsche Volk, sondern die Bilderberger und US Schattenregierung) am Leben halten muss und niemals die Ursache bekämpfen darf
...
geschrieben von Erich Paus, 28.10.08
Zu den Ausführungen von Brichta:

Wer Wachstumswirtschaft betreibt, hat damit auch ein Wachstum der Geldmenge.
Unvermeidlich. Unabänderlich. Denn wer mehr produziert, generiert mehr Einkommen,
mehr Geld. Unvermeidlich. Unabänderlich.
Wer das Geldmengenwachstum beenden will, müßte die Wachstumswirtschaft beenden.
Dies würde zivilisatorisch eine Rückkehr ins Gleichgewicht mit der Natur bedeuten.
Und das würde das Abtreten von 75 - 80 Mio Menschen allein in Deutschland bedeuten.

Nicht der Kredit ist das Problem. Schon Geld als Einkommen ist ein Kredit, nämlich der
des Unternehmers an den Mitarbeiter, der diesen durch den Verzicht auf den ihm zustehenden Anteil an den produzierten Gütern erhält, darauf vertrauend, das er mit dem Geld Waren im gleichen Wert erwerben kann. Alles Geld ist also Kredit schon bei seiner Entstehung.
Und wenn das Geld bei einer Bank eingezahlt wird, dann ist das ein Kredit des Einzahlers an die Bank.
und wenn die Bank das Geld verleiht ist das wieder Kredit....

Auch der Zins ist kein Problem. Schließlich müssen die Bankmitarbeiter bezahlt werden.
Und die Zinsen entstehen aus den Erträgen des Kapitals, die zu Einkommen werden, jedenfalls dann, wenn das Geld in Investitionen statt in Konsum fließt.


Die bekanntesten Ursachen finden Sie am Ziel dieses Verweises:
http://www.pauserich.de/Abwanderung/Inhalt.htm#I_A_US-Hypothekenkatastrofe_Ursachen

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